In diesem Artikel
- Was chemische Peelings wirklich bewirken
- AHA: Für trockene, fahle Haut und Pigmentflecken
- BHA: Für Poren, Akne und fettige Haut
- Enzyme: Für empfindliche Haut
- Vergleichstabelle: Welcher Wirkstoff für welchen Hauttyp
- Kann man AHA, BHA und Enzyme kombinieren?
- Die 4 Fehler, die Ihre Ergebnisse zunichtemachen
- Häufig gestellte Fragen
AHA BHA für die Körperhaut ist eine der häufigsten Suchanfragen in der Hautpflege – und das aus gutem Grund: Die Regale sind voll von Produkten mit mysteriösen Akronymen, und niemand weiß wirklich, was er wählen soll. Die kurze Antwort: AHA zielt auf die Oberfläche (Trockenheit, Flecken, fahler Teint), BHA zielt auf die Poren (Akne, Mitesser, fettige Haut) und Enzyme sind für Haut geeignet, die Säuren schlecht verträgt. Der Rest sind Nuancen – und hier machen sich die wirklichen Ergebnisunterschiede bemerkbar.
Dieser Leitfaden entschlüsselt die drei Familien, erklärt, warum manche Hauttypen auf starke Säuren schlecht reagieren, und gibt Ihnen eine klare Tabelle, um die richtige Wahl zu treffen.
Was chemische Peelings wirklich bewirken
Im Gegensatz zu mechanischen Peelings, die abgestorbene Zellen abrubbeln, lösen chemische Peelings die Verbindungen, die diese Zellen zusammenhalten. Das Ergebnis: Die abgestorbenen Zellen lösen sich auf natürliche Weise, ohne Reibung.
Drei Wirkstofffamilien erledigen diese Arbeit, jede mit einem anderen Mechanismus:
🧪
AHA
Wasserlöslich · wirkt an der Oberfläche · löst Zellverbindungen der Epidermis
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BHA
Fettlöslich · dringt in die Poren ein · löst Talg und Keratin auf
🌿
ENZYME
Pflanzliche Proteasen · verdauen Proteine der Hornschicht · sehr sanft
Was sie unterscheidet, ist ihre Löslichkeit. AHA sind wasserlöslich – sie bleiben an der Oberfläche. BHA sind fettlöslich – sie durchdringen den Talgfilm, um in den Follikel einzudringen. Dieser Unterschied bestimmt alles Weitere.
AHA: Für trockene, fahle Haut und Pigmentflecken
Die häufigsten AHA in der Körperpflege sind Milchsäure und Glykolsäure. Milchsäure ist sanfter (ideal für empfindliche Haut oder für den Anfang), Glykolsäure hat ein kleineres Molekül und dringt etwas tiefer ein.
Was AHA gut kann:
- Gleichmäßigen Teint und gemilderte dunkle Flecken
- Feuchtigkeit spenden, indem Wasser in der Haut gespeichert wird (Milchsäure ist auch ein Feuchthaltemittel)
- Verbesserung der allgemeinen Textur rauer Haut
- Behandlung von Keratosis pilaris (Pickelchen an den Armen)
- Langfristige Stimulation der Kollagenproduktion
Für den Körper ist Milchsäure in einer Konzentration von 5–12 % am besten geeignet. Unter 5 % ist die Wirkung begrenzt. Über 15 % sollte sie professionellen Behandlungen vorbehalten sein. Unser Peeling ohne Reiben enthält eine wirksame Arbeitskonzentration für normale bis empfindliche Haut.
BHA: Für Poren, Akne und fettige Haut
Das einzige in Kosmetika verwendete BHA ist Salicylsäure. Ihre Fähigkeit, Talg zu durchdringen, macht sie zum Referenzwirkstoff für alles, was mit Poren zu tun hat: Mitesser, Komedonen, Rückenakne, Follikulitis.
Wann BHA NICHT die richtige Wahl ist:
- Trockene oder dehydrierte Haut – Salicylsäure trocknet zusätzlich aus
- Empfindliche, reaktive Haut – kann Rötungen und Kribbeln verursachen
- Schwangerschaft – sollte vermieden oder mit einem Arzt abgeklärt werden
- Allergie gegen Aspirin – Salicylsäure gehört zur gleichen Familie
Für den Körper ist Salicylsäure besonders nützlich bei Akne an Rücken, Brust und Schultern. Effektive Konzentrationen: 1–2 % für die regelmäßige Anwendung, 2–4 % für eine gezielte Behandlung.
Enzyme: Für empfindliche Haut, die Säuren nicht verträgt
Papain (Papaya) und Bromelain (Ananas) sind die beiden am häufigsten verwendeten Enzyme. Sie bauen Keratin ab – das Protein, aus dem abgestorbene Zellen bestehen – ohne den pH-Wert der Haut zu verändern.
Das ist ihre Hauptstärke: Sie benötigen keinen sauren pH-Wert, um aktiv zu sein, im Gegensatz zu AHA und BHA. Die Haut verträgt sie besser, weil der Wirkmechanismus enzymatisch und nicht streng chemisch ist.
Ideales Profil für Enzyme:
- Empfindliche oder reaktive Haut
- Haut, die AHA oder BHA in der Vergangenheit schlecht vertragen hat
- Erste Anwendung eines chemischen Peelings
- Reife Haut, die Sanftheit benötigt
Grenzen von Enzymen: Sie sind weniger wirksam bei gezielten Problemen (Keratosis pilaris, ausgeprägte Flecken, erweiterte Poren). Wenn Ihre Haut sie gut verträgt, können Sie nach 4 Wochen zu AHA in niedriger Konzentration wechseln.
Vergleichstabelle: Welcher Wirkstoff für welchen Hauttyp
| Hauttyp | Erste Wahl | Alternative | Zu vermeiden |
|---|---|---|---|
| Trockene Haut + Rauheit | Milchsäure (8–12%) | Enzyme | Starkes BHA |
| Fettige Haut + Poren | Salicylsäure (1–2%) | AHA + BHA kombiniert | Enzyme allein |
| Empfindliche, reaktive Haut | Enzyme (Papain) | Milchsäure (5%) | Starkes Glykol, BHA |
| Keratosis pilaris | Milchsäure (10–12%) | Salicylsäure (2%) | Enzyme allein |
| Flecken + ungleichmäßiger Teint | Glykolsäure (8–10%) | Milchsäure (10%) | BHA allein |
| Mischhaut (Körper) | AHA + BHA Combo (geringe Konz.) | Milchsäure (10%) | — |
Kann man AHA, BHA und Enzyme kombinieren?
Ja – aber nicht gleichzeitig. Der klassische Fehler ist, abends ein AHA und morgens ein BHA aufzutragen, nach dem Motto „mehr ist besser“. Die Haut wird gereizt, spannt und reagiert manchmal empfindlicher als zuvor.
Sicheres Kombinationsprotokoll:
- 📅 Woche 1–2: nur ein Wirkstoff, 2× pro Woche – die Haut sich anpassen lassen
- 📅 Woche 3–4: zweiten Wirkstoff an einem anderen Tag einführen
- 📅 Monat 2: je nach Bereich abwechseln – AHA auf trockenen, BHA auf fettigen Bereichen
- 📅 Langfristig: insgesamt 2–3× pro Woche, nicht mehr
Enzyme können gleichzeitig mit AHA verwendet werden – ihr Wirkmechanismus ist anders und die Kombination wird im Allgemeinen gut vertragen. Um zu verstehen, wie Sie diese Wirkstoffe in Ihre Körperpflegeroutine integrieren können, erklärt unser Leitfaden zum Peeling ohne Reiben für empfindliche Haut die Schritte Woche für Woche.
Die 4 Fehler, die Ihre Ergebnisse zunichtemachen
Fehler 1: zu hohe Konzentration von Anfang an
Eine Glykolsäure von 20 % bei der ersten Anwendung kann eine starke Hautreaktion hervorrufen. Beginnen Sie mit 5–8 %, beobachten Sie 48 Stunden lang und steigern Sie dann schrittweise.
Fehler 2: Anwendung auf gereizter oder geschädigter Haut
Sonnenbrand, Schnittwunden, Ekzemschübe – Säuren verschlimmern jede Haut, deren Hautbarriere beeinträchtigt ist. Warten Sie auf die vollständige Heilung.
Fehler 3: Vergessen der anschließenden Feuchtigkeitspflege
Chemische Peelings bereiten die Haut darauf vor, Wirkstoffe aufzunehmen. Nach der Anwendung nicht zu hydrieren bedeutet, die Hälfte der Vorteile zu verlieren – und unnötig auszutrocknen.
Fehler 4: Nach 2 Wochen aufhören
Sichtbare Ergebnisse treten bei AHA nach 4–6 Wochen, bei Keratosis pilaris nach 6–8 Wochen auf. Der Zellregenerationszyklus dauert je nach Alter 28 bis 40 Tage.
Wenn Sie keine spezifischen Probleme haben – normale Haut, ohne Rauheit oder erweiterte Poren – benötigen Sie wahrscheinlich kein chemisches Peeling für den Körper. Ein guter Peeling-Handschuh 1× pro Woche unter der Dusche reicht aus.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen AHA und BHA?
AHAs (Glykolsäure, Milchsäure) wirken an der Oberfläche und eignen sich für trockene, fahle Haut oder Haut mit Pigmentflecken. BHAs (Salicylsäure) sind fettlöslich, dringen in die Poren ein und eignen sich für fettige oder zu Akne neigende Haut.
Sind chemische Peelings für empfindliche Haut geeignet?
Ja, vorausgesetzt, Sie wählen den richtigen Wirkstoff. Enzyme (Papain, Bromelain) sind die sanftesten. Milchsäure in geringer Konzentration (5-8%) wird ebenfalls gut vertragen. Vermeiden Sie starke Glykolsäure, wenn Ihre Haut leicht reagiert.
Können AHA und BHA zusammen verwendet werden?
Ja, aber nicht gleichzeitig. Wenden Sie sie an verschiedenen Tagen an, um Reizungen zu vermeiden. Beginnen Sie zwei Wochen lang mit einem der beiden, bevor Sie den zweiten einführen.
Wie oft pro Woche sollte man ein chemisches Körperpeeling anwenden?
1 bis 3 Mal pro Woche. Empfindliche Haut: 1 Mal. Mischhaut bis fettige Haut: 2–3 Mal. Enzyme können häufiger verwendet werden, da sie sehr sanft sind.
Muss man nach einem chemischen Peeling Sonnencreme auftragen?
Ja, besonders für das Gesicht. AHAs erhöhen die Sonnenempfindlichkeit. Für den Körper gilt: Wenn die gepeelten Stellen der Sonne ausgesetzt sind, tragen Sie mindestens einen Lichtschutzfaktor 30 auf.
Wirken chemische Peelings bei Keratosis pilaris?
Ja, es ist sogar die wirksamste Behandlung. Milchsäure und Salicylsäure lösen die Keratinpfropfen auf. Sichtbare Ergebnisse zeigen sich nach 4 bis 6 Wochen regelmäßiger Anwendung.
Quellen und Referenzen
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